B2B | Lastspitzen | Netzanschlussentlastung Speicher statt teurer Netzausbau

In Buochs NW lädt die Zimmermann-Gruppe ihre E-Lastwagen. Statt den Netzanschluss für die Lastspitzen auszubauen, puffern seit September 2026 zwei Alpvolt Powerboxen den Strom vor Ort.

Die Ausgangslage

Wer in der Zentralschweiz baut, rückbaut oder entsorgt, kommt an Zimmermann kaum vorbei. Seit fast hundert Jahren ist das Familienunternehmen mit Sitz in Buochs im Transport, im Recycling, in der Demontage und im Tiefbau unterwegs, heute mit rund 200 Mitarbeitenden. Und wo so viel gefahren wird, ist der Fuhrpark der Ort, an dem Nachhaltigkeit konkret wird.

Zimmermann setzt deshalb zunehmend auf Elektro-Lastwagen. Auf dem Dach des Betriebsgebäudes produziert eine Photovoltaik-Anlage mit 200 kWp den Strom dafür, mit Blick auf das Stanserhorn auf der einen und die Ebene Richtung Vierwaldstättersee auf der anderen Seite.

Die Herausforderung

Ein E-LKW ist kein E-Auto. Wenn mehrere schwere Fahrzeuge nach der Tour gleichzeitig ans Netz gehen, entstehen Leistungsspitzen, für die der bestehende Netzanschluss nie ausgelegt war. Der klassische Weg wäre ein Netzausbau gewesen: stärkerer Anschluss, neue Zuleitung, womöglich ein eigener Trafo. Teuer, mit langer Wartezeit beim Netzbetreiber, und am Ende bezahlt man eine Leistung, die man nur ein paar Stunden am Tag braucht.

Dazu kommt der Solarstrom. Die 200 kWp auf dem Dach liefern ihr Maximum über Mittag, wenn die Lastwagen unterwegs sind. Geladen wird hingegen am Abend und in der Nacht. Ohne Zwischenspeicher fliesst der eigene Strom tagsüber zur tiefen Rückliefervergütung ins Netz und wird abends teuer zurückgekauft.

Und dann war da noch die Platzfrage: Auf einem Werkhof, auf dem Lastwagen, Mulden und Baumaschinen rangieren, ist jeder Quadratmeter am Boden verplant.

Die Lösung

Verbaut wurden zwei Alpvolt Powerboxen mit je 261 kWh und 125 kW, als Cluster mit zusammen 522 kWh Kapazität und 250 kW Leistung. Realisiert wurde die Anlage durch unseren Installationspartner SyEnergy aus Stans, der das Projekt von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme begleitet hat.

Das Prinzip ist einfach: Speicher statt Netzausbau. Die Powerboxen nehmen über den Tag den Solarstrom vom Dach und, wo nötig, Strom aus dem bestehenden Anschluss auf. Gehen die E-LKW abends an die Ladestationen, deckt der Speicher die Lastspitzen ab. Der Netzanschluss sieht nur noch eine geglättete Last, und die teure Anschlussverstärkung bleibt aus.

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Und der Platz? Die beiden Powerboxen stehen nicht im Hof, sondern auf einer Plattform an der Gebäudefassade, ein Stockwerk über dem Hof. Dort oben sind sie aus dem Rangierbereich der Lastwagen, geschützt vor Anfahrschäden und trotzdem über eine Leiter mit Rückenschutz jederzeit für Service zugänglich. Darunter bleibt der Lagerplatz frei.

Speicher statt Netzausbau, in luftiger Höhe.

Die Resultate

Die Anlage ist seit September 2026 in Betrieb. Belastbare Zahlen, etwa die Reduktion der Lastspitzen in kW, die vermiedenen Kosten für den Netzausbau, die Eigenverbrauchsquote der PV-Anlage und der Anteil Solarstrom in den E-LKW, folgen nach dem ersten vollen Betriebsjahr.