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Wenn Solarstrom doppelt zählt

Geschrieben von Alpvolt | Sep 9, 2026, 12:00:00 PM

 

Auf einem Hof in Schüpfen BE verbindet eine Alpvolt-Powerbox mit 215 kWh Eigenverbrauch, dynamische Einspeisung und Regelenergie - bereit für die BKW-Einspeisepreise 2027.

Die Ausgangslage

In Schüpfen im Berner Seeland, führt Hans E. seinen Hof. Solarstrom vom eigenen Dach gehört längst zum Betrieb. Was sich ändert, ist der Wert, den dieser Strom hat - und wie man ihn holt.

Denn 2027 rückt näher. Ab dann führt die BKW dynamische Einspeisepreise für PV-Anlagen ein: Wer Solarstrom ins Netz gibt, wird nicht mehr pauschal, sondern je nach Marktlage vergütet - mal mehr, mal weniger, abhängig von Tageszeit und Nachfrage. Für einen Hof mit PV-Anlage ist das kein Kleingedrucktes, sondern der Unterschied zwischen „Strom einfach abgeben" und „Strom klug bewirtschaften".

Die Herausforderung

Ohne Speicher hat ein PV-Betrieb wenig Spielraum: Der Strom entsteht über Mittag und geht über Mittag ins Netz - genau dann, wenn viele einspeisen und die dynamischen Preise am tiefsten sind. Der wertvolle Eigenverbrauch bleibt auf das beschränkt, was der Hof zeitgleich gerade braucht. Und am lukrativen Regelenergiemarkt kann eine reine PV-Anlage gar nicht teilnehmen.

Die Aufgabe war deshalb nicht, einfach „einen Speicher" hinzustellen, sondern eine Anlage, die denselben Sonnenstrom über mehrere Wertkanäle gleichzeitig nutzbar macht - und den Hof bereit macht für die neuen Spielregeln ab 2027.

Die Lösung

Verbaut wurde eine Alpvolt Powerbox mit 215kWh Kapazität und 100kW Leistung - projektiert von Refesol unter der Leitung von Mättu S., installiert durch Elektro Gerber. Der Speicher macht aus einer einzigen kWh Sonnenstrom mehrere Werte:

Erstens Eigenverbrauch: Die Powerbox nimmt die PV-Mittagsspitze auf und gibt sie über Abend, Nacht und Frühmorgen an den Hof zurück. Selbst genutzter Strom ist wertvoller als eingespeister - dieser Hebel wirkt sofort.

Zweitens Einspeisepreisoptimierung: Statt den Überschuss zur Mittagsflaute ins Netz zu kippen, verschiebt der Speicher die Einspeisung in die Stunden mit höheren dynamischen Preisen. Ab 2027, wenn die BKW-Tarife greifen, spielt genau dieser Mechanismus seinen Wert aus.

Drittens Regelenergie (FCR): Dieselbe Batterie kann ihre Leistung dem Schweizer Regelenergiemarkt zur Verfügung stellen und dort für die Frequenzhaltung vergütet werden - ein Erlöskanal, den eine PV-Anlage allein nie erschliessen könnte.

Aus drei Kanälen wird ein Ziel: die Wertverdopplung des eigenen Sonnenstroms. Nicht die eine grosse Massnahme, sondern das intelligente Stapeln mehrerer Werte auf derselben Anlage.

Die Resultate

Die Anlage ist seit September 2026 in Betrieb - rechtzeitig, um zum Start der dynamischen BKW-Einspeisepreise 2027 voll eingespielt zu sein. Belastbare Zahlen - Eigenverbrauchsquote, Mehrerlös durch zeitoptimierte Einspeisung, FCR-Erlöse, gesamter Wertzuwachs pro kWh - folgen nach dem ersten vollen Betriebsjahr.