Rothenthurm ist ein Name, der in der Schweiz Gewicht hat. Seit der Volksabstimmung von 1987 steht das Hochmoor zwischen Schwyz und Zug für den Schutz der Natur - ein Stück Landschaft, das die Schweiz bewusst bewahrt hat. Ausgerechnet hier, im Herzen der Innerschweiz, entsteht nun ein moderner Baustein der Energiezukunft: ein stationärer Speicher, der nicht für den Eigenverbrauch eines einzelnen Betriebs gebaut wurde, sondern für das Stromnetz als Ganzes.
Hinter dem Projekt steht die BESS Invest AG, ein Schweizer Investor mit Fokus auf dezentrale Batteriespeicher. Statt klassisch in Photovoltaik oder Wind zu gehen, setzt das Unternehmen gezielt auf einen jungen Anlagentyp mit eigenem Geschäftsmodell: Batteriespeicher, die als aktive Teilnehmer am Schweizer Regelenergiemarkt agieren.
Ein reiner Marktspeicher hat keine eigene Last, keine PV-Anlage über sich, keinen Betrieb, den er versorgt. Sein Wert entsteht ausschliesslich aus dem, was er dem Netz liefert - und das verlangt drei Dinge gleichzeitig: genügend Leistung, um relevant zu sein, eine Hardware, die die strenge Präqualifikation für den Regel-Markt besteht, und einen Standort mit der passenden Anschlusskapazität.
Dazu kommt die schlichte Realität der Schweizer Topografie und Bewilligungspraxis: Die Anlage muss kompakt und unauffällig sein. Eine containerisierte Lösung, die sich sauber ins Bild fügt - gerade an einem Ort wie Rothenthurm.
Verbaut wurden vier Alpvolt Powerboxen mit je 261kWh und 125kW - als containerisierter Cluster mit zusammen rund 1MWh Kapazität und 0.5MW Leistung. Die Anlage ist auf maximale Verfügbarkeit am Regelenergiemarkt ausgelegt und erfüllt die Anforderungen an die Präqualifikation für die Primärregelleistung (FCR). Installiert und ans Netz gebracht wurde sie durch das EWJR.
Für die Vermarktung der Flexibilität sorgen eluva und Equalio: Über ihre Plattformen werden Präqualifikation, technische Anbindung, Vermarktung und Abrechnung gebündelt - der Cluster wird Teil eines virtuellen Kraftwerks und liefert seine Beiträge zur Frequenzhaltung autonom. Schwankt die Netzfrequenz auch nur um Bruchteile eines Hertz, reagieren die Powerboxen nahezu verzögerungsfrei, mit positiver wie negativer Regelenergie.
Die Inbetriebnahme erfolgte Ende Juni 2026, bei 36 Grad im Schatten, gemeinsam mit den Ingenieuren von Alpvolt vor Ort. Ein heisser Tag für ein Projekt, das künftig genau das tut, was sein Name verspricht: regeln.
Die Anlage ging Ende Juni 2026 in Betrieb. Belastbare Zahlen - Verfügbarkeitsquote, jährliche Vollzyklen, FCR-Erlöse, Anteil aktivierter MWh folgen nach dem ersten vollen Betriebsjahr.