Damit genau das auch in der dunklen Jahreszeit gelingt, haben wir bei Alpvolt eine durchdachte Lösung entwickelt, die deinen Speicher gesund, stabil und korrekt angezeigt hält.
Warum ist der Ladezustand eines Speichers überhaupt ein Thema?
Unsere Alpvolt-Speicher nutzen LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). Diese sind sehr sicher, langlebig und ideal für Solaranlagen.
Sie haben jedoch eine wichtige Besonderheit:
Der Ladezustand (State of Charge, SOC) lässt sich bei LFP-Batterien nicht direkt messen.
Die Batteriespannung bleibt über einen grossen Ladebereich nahezu gleich – unabhängig davon, ob der Speicher halb voll oder fast leer ist. Deshalb kann das System den Ladezustand nicht einfach „ablesen“, sondern muss ihn berechnen.
Wie berechnet ein Speicher den Ladezustand?
Die meisten Systeme verwenden das sogenannte Coulomb Counting. Dabei zählt das System mit, wie viel Energie (in kWh) in den Speicher hinein- und wieder hinausfliesst.
Diese Methode funktioniert zuverlässig, solange der Speicher regelmässig klare Referenzpunkte erhält, insbesondere einen eindeutig erkannten „voll“-Zustand.
Das Problem: SOC-Drift
Wird ein Speicher über längere Zeit nicht vollständig geladen, summieren sich kleine Messabweichungen.
Die Ladezustandsanzeige driftet langsam weg von der Realität.
Das bedeutet: Der Speicher glaubt, er habe noch mehr Energie zur Verfügung, als tatsächlich vorhanden ist.
Warum 40 % Anzeige nicht immer 40 % Energie bedeuten
Ein typisches Beispiel aus der Praxis:
- Speicherkapazität: 10 kWh
- Anzeige: 40 % SOC (theoretisch 4 kWh)
- Tatsächlich vorhanden: nur noch ca. 1 kWh (etwa 10 %)
Für den Nutzer sieht alles normal aus. Technisch ist der Speicher jedoch fast leer.
Was passiert dann im Betrieb?
Sobald der reale Ladezustand sehr niedrig ist, greift das interne Batterie-Management-System (BMS) ein, um eine Tiefentladung zu verhindern.
Dabei kann es zu folgendem Verhalten kommen:
- Das BMS aktiviert einen Schutzmodus
- Kurzzeitig entsteht eine erhöhte Leistungsaufnahme oder Lastspitze
- Diese Schutzphase dauert typischerweise rund 30 Sekunden
Das eigentliche Problem entsteht dadurch, dass der Wechselrichter aufgrund der falschen SOC-Anzeige weiterhin davon ausgeht, dass ausreichend Energie vorhanden ist.
Nach Ende der Schutzphase versucht der Wechselrichter erneut, die Batterie zu nutzen. Dadurch fällt die Batterie sofort wieder unter die Schutzschwelle, und das BMS greift erneut ein.
Es entsteht ein Zyklus aus:
- falscher SOC-Anzeige
- BMS-Schutz vor Tiefentladung
- kurzzeitigen Lastspitzen
- erneuten Schutzreaktionen
Das Resultat sind instabiler Betrieb, sichtbare Lastspitzen und Unsicherheit beim Kunden – obwohl die Batterie technisch in Ordnung ist.
Die Lösung: SOC-Kalibrierung
Damit der Ladezustand wieder zuverlässig stimmt, benötigt das System regelmässig einen echten Referenzpunkt.
Dieser Referenzpunkt wird durch eine vollständige Vollladung auf 100 % hergestellt. Dabei erkennt das System eindeutig, was „voll“ bedeutet, und setzt die SOC-Berechnung neu.
Diese Kalibrierung ist:
- keine Wartung
- kein Eingriff in die Batterie
- ein normaler und notwendiger Vorgang bei LFP-Speichern
Warum ist das im Winter besonders wichtig?
Im Winter scheint weniger Sonne, und der Speicher wird häufig nur teilweise geladen.
Klare 100-%-Zustände treten seltener auf, wodurch SOC-Drift besonders häufig entsteht.
Genau deshalb ist eine gezielte Kalibrierung vor allem zwischen Herbst und Frühling entscheidend.
Alpvolt übernimmt das auf Wunsch automatisch
Um diese Effekte zuverlässig zu vermeiden, haben wir bei Alpvolt eine eigene Softwarelösung entwickelt.
Die automatische Kalibrierung ist saisonal aktiv:
- von Ende Oktober bis Anfang März
In diesem Zeitraum:
- wird der Speicher wöchentlich überprüft
- jeweils montags um 12:00 Uhr
- und bei Bedarf kontrolliert vom Netz vollständig auf 100 % geladen
So erhält das System regelmässig einen sauberen „Full“-Referenzpunkt.
Die SOC-Anzeige bleibt plausibel, und das Zusammenspiel zwischen Batterie und Wechselrichter läuft stabil – ohne wiederkehrende Schutzzyklen oder Lastspitzen.
Ist das zusätzliche Laden ein Kostenfaktor?
Nein. Die Kalibrierladung ist praktisch kostenneutral*.
Der geladene Strom:
- geht nicht verloren
- bleibt im Speicher
- und steht später ganz normal für den Haushalt zur Verfügung
Beispiel:
- Für die Kalibrierung werden 3 kWh geladen
- diese 3 kWh werden später wieder verbraucht
Der Strom wird also nicht zusätzlich verbraucht, sondern lediglich zeitlich verschoben.
Zwei Möglichkeiten für dich
Manuell
Du kannst den Speicher selbst kalibrieren, indem du ihn alle 2 bis 4 Wochen einmal vollständig auf 100 % laden lässt.
Automatisch über Alpvolt
Unsere Software übernimmt die Kalibrierung automatisch.
Dafür benötigen wir:
- die Logger-Seriennummer
- sowie den Zugriff in der Deye-App resp. Solarman, indem «Alpvolt Schweiz AG» freigeschaltet wird
Danach läuft alles im Hintergrund.
Kosten und Verfügbarkeit der Software
Für Kunden, die ihren Alpvolt-Speicher zusammen mit einem Deye-Wechselrichter direkt bei uns gekauft haben, ist die Software kostenfrei enthalten.
Für externe Anlagen oder nicht bei Alpvolt gekaufte Systeme stellen wir die Software für einen einmaligen Unkostenbeitrag von CHF 99 zur Verfügung. Damit decken wir Einrichtung, Systemanbindung sowie laufenden Betrieb und Support ab.
Kurz zusammengefasst
LFP-Speicher berechnen ihren Ladezustand, sie messen ihn nicht direkt.
Ohne regelmässige Kalibrierung kann die Anzeige deutlich von der Realität abweichen.
Ein falsch berechneter SOC kann Schutzzyklen und Lastspitzen auslösen.
Eine vollständige Vollladung setzt den SOC wieder korrekt zurück.
Im Winter ist das besonders wichtig.
Alpvolt übernimmt diese Kalibrierung auf Wunsch automatisch zwischen Ende Oktober und Anfang März.
Fazit
Wenn dein Speicher im Winter ungewöhnliche Prozentwerte anzeigt oder sich unerwartet verhält, ist das in den meisten Fällen kein Defekt.
Es handelt sich um einen fehlenden oder verschobenen SOC-Referenzpunkt.
Mit regelmässiger Kalibrierung – manuell oder automatisch – bleibt dein Alpvolt-Speicher stabil, korrekt angezeigt und zuverlässig, auch in der dunklen Jahreszeit.
*) Bei leistungsbasierter Abrechnung können geringe Zusatzkosten entstehen.
Du kannst uns eine maximale Ladeleistung (kW) vorgeben, um Leistungsspitzen zu vermeiden.
