Keine Panikmache – aber klare Fakten: Die vergangenen zwei Jahre haben Käufer von Batteriespeichern verwöhnt. Die Ära der Tiefpreise geht zu Ende. Wir zeigen, welche vier Faktoren sich gerade kumulieren – und was das für Bestellungen in diesem Jahr bedeutet.
1. Rohstoffpreise: Lithium auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren
Über 70 % der Kosten einer LFP-Batterie entfallen auf Rohmaterialien. Lithiumcarbonat hat sich vom Tief bei CNY 59'000/t (Juni 2025) auf aktuell rund CNY 163'750/t fast verdreifacht – ein Anstieg von über +170 % innerhalb eines Jahres. Morgan Stanley und UBS erwarten für 2026 ein Angebotsdefizit; die Ära des Überangebots ist strukturell beendet.
Unsere Partner in Fernost haben erste Preisanpassungen für Bestellungen im zweiten Halbjahr 2026 angekündigt. Wenn du heute bestellst, sicherst du dir bessere Konditionen – für dich und deine Kunden.
2. Transport: Iran-Krieg verteuert Schiff und Strasse gleichzeitig
Der Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar 2026 hat die Transportkosten auf mehreren Ebenen gleichzeitig nach oben getrieben. Unser Logistikpartner Kuehne+Nagel Switzerland hat per Kalenderwoche 22/2026 einen Emergency Fuel Surcharge eingeführt: +13 % via Deutschland, zusätzlich zum regulären Frachttarif. Begründung: gestiegene Ölkosten, Tankerumwege und stark steigende Kriegsrisikoversicherungsprämien.
Auch der Strassentransport – also die letzte Meile zu deiner Baustelle – ist betroffen: Der TCS-Benzinpreisradar verzeichnete innert zwei Wochen einen Dieselanstieg von +8.6 %; auf dem Höhepunkt war Diesel zeitweise 25 % teurer als vor Kriegsbeginn. Trotz einer teilweisen Waffenruhe sind die Preise nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt.
3. Währung: Volatiler Dollar verteuert deine Bestellung still und leise
Batteriesysteme werden in US-Dollar fakturiert – der USD/CHF-Kurs trifft dich also direkt bei jeder Bestellung. Die Entwicklung seit Januar 2026 zeigt, wie schnell ein geopolitisches Ereignis deine Beschaffungskosten verschiebt: Am Jahrestief (27. Januar) stand der Kurs bei 0.763. Heute steht er bei über 0.8 – das entspricht einem stillen Währungsaufschlag von +4.2 % auf jede Bestellung, ganz ohne Preisänderung der Batterie in China. Wenn du wartest, kombinierst du dieses Risiko mit einem strukturell steigenden Basispreis.
4. Ende der chinesischen Exportrückvergütungen
Das ist der strukturell tiefgreifendste Faktor. China hat seinen Mehrwertsteuer-Exportrabatt für Batterien schrittweise abgebaut: von 13 % (2024) auf 9 %, dann auf 6 % ab April 2026 – mit vollständiger Abschaffung per 1. Januar 2027. Diese Subventionen haben jahrelang die Exportpreise künstlich tief gehalten. Ihr Wegfall ist dauerhaft und nicht reversibel – er trifft direkt deinen Einkaufspreis.
Verschärfend: Viele chinesische Hersteller haben ihre Lieferungen vorgezogen, um noch von den Steuervorteilen zu profitieren – das verknappt kurzfristig das verfügbare Angebot und treibt die Preise im laufenden Halbjahr zusätzlich.
Heute (Juni 2026): 6 % Rückvergütung noch aktiv, bereits in Markterwartungen eingepreist.
1. Januar 2027: Vollständiger Wegfall – dauerhafter Aufschlag auf deinen Einkaufspreis.
5. Lieferzeiten: Wenn du jetzt bestellst, erhältst du nach dem Sommer
LFP-Batteriespeicher aus China haben heute Lieferzeiten von 8 bis 12 Wochen ab Bestelldatum. Wenn du im Juni bestellst, erhältst du deine Anlage im Spätsommer – rechtzeitig vor den Verbrauchsspitzen bei deinen Kunden in Landwirtschaft und Industrie. Wenn du wartest, riskierst du eine Doppelwirkung: höhere Preise und einen späteren Inbetriebnahmetermin. Der Wegfall der Exportrückvergütungen wird mittelfristig eine Marktbereinigung auslösen – mit absehbaren Engpässen bei kleineren Produzenten.
Bestellung Juni 2026 → Lieferung September 2026 → Inbetriebnahme vor dem Winter ✔
Bestellung Herbst 2026 → Lieferung Winter 2026/27 → später, zu höheren Preisen ✗
Fazit: Fünf Faktoren, ein Zeitfenster
- Rohstoffe: Lithiumcarbonat über CNY 160'000/t – mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr.
- Transport: Notfallzuschläge von +13–19 % (Kuehne+Nagel, KW 22/2026); Diesel in der Schweiz zeitweise 25 % teurer.
- Währung: USD/CHF auf Jahreshoch 0.795 – ein stiller Aufschlag von +4.2 % seit Januar, ohne jede Produktpreisänderung.
- Exportrückvergütung: Fällt per 1. Januar 2027 vollständig weg – ein dauerhafter Struktureffekt auf deinen Einkaufspreis.
- Lieferzeiten: 10–12 Wochen ab Bestellung. Wenn du heute planst, erhältst du rechtzeitig. Wenn du wartest, zahlst du mehr und wartest länger.
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